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Milchmarkt 2025 im Auf und Ab: Überangebot belastet den Markt
Der Milchmarkt zeigte sich 2025 von zwei Seiten: Rohstoffknappheit und eine stabile Marktlage in der ersten Hälfte, in der zweiten hingegen Angebotsüberschüsse und Preisverfall.
Der deutsche Milchmarkt wandelte sich im Verlauf von 2025 von einem Verkäufer- zu einem Käufermarkt. Ausschlaggebend hierfür war ein untypischer Saisonverlauf der Milchanlieferung. Während die saisonale Milchspitze im Frühjahr vergleichsweise schwach ausfiel, blieb der übliche Rückgang im Herbst weitgehend aus.
Grund für diesen ungewöhnlichen Verlauf der Milchanlieferung war das Zusammentreffen mehrerer Faktoren: verzögerte Kalbungen infolge der Blauzungenkrankheit im Vorjahr, geringer Hitzestress im Sommer, eine gute Grundfutterversorgung in Menge und Qualität, weniger Kuhschlachtungen sowie die hohen Auszahlungspreise, die starke Produktionsanreize setzten. Zudem trugen technische Fortschritte auf den Betrieben zu höheren Leistungen bei.
Durch die überdurchschnittlich hohen Milchmengen ab dem Spätsommer wurde der Rückstand aus der ersten Jahreshälfte mehr als ausgeglichen. Insgesamt erreichte die Milchanlieferung 2025 mit rund 32,5 Mio. t ein Plus von 1,2 % gegenüber dem Vorjahr und damit den höchsten Stand seit 2020. Höhere Fett- und Eiweißgehalte steigerten zusätzlich die Rohstoffverfügbarkeit für Molkereien und Käsereien.
Global ist das Exportangebot erhöht
Auch in zahlreichen anderen EU-Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, die Niederlande, Polen und Irland, lagen die Milchmengen im zweiten Halbjahr deutlich über dem Vorjahresniveau. In der EU-27 stieg das Rohstoffaufkommen 2025 um 2,0 % auf rund 148 Mio. t. Dies bedeutete die höchste Milchmenge seit 2020. Zusätzlich lagen auch EU-weit die Inhaltsstoffe über den Vorjahreswerten, wodurch sich die verfügbare Rohstoffmenge weiter erhöhte. Weltweit nahm die Milchproduktion ebenfalls wieder zu, insbesondere in exportorientierten Regionen wie Südamerika, den USA und Neuseeland, wo sie teilweise auf ein Rekordniveau stieg.
Überangebot und Euro belasten den Milchmarkt
Der deutlichen Ausweitung des Rohstoffangebots stand im zweiten Halbjahr keine entsprechend wachsende Nachfrage gegenüber. Steigende Lagerbestände und zunehmender Druck auf die Märkte waren die Folge. Zusätzlich erschwerte der starke Euro die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporte in Drittländer. Gegenüber günstigeren Offerten aus Ozeanien und den USA konnten Anbieter aus der EU in weiten Teilen des Jahres preislich kaum mithalten.
Nach einer weitgehend stabilen ersten Jahreshälfte gerieten die Märkte ab dem Spätsommer zunehmend unter Druck. Besonders deutlich zeigte sich dies zunächst an den Spotmärkten für Rahm, Magermilchkonzentrat und Magermilch.
In der Folge gaben auch die Preise für Butter, Mager- und Vollmilchpulver sowie Käse spürbar nach. Im Schlussquartal beschleunigte sich die Abwärtsbewegung erheblich und mündete in einen außergewöhnlich schnellen und kräftigen Preisverfall. Lediglich Molkenpulver konnte sich den rückläufigen Tendenzen weitgehend entziehen, gestützt durch eine anhaltend rege Nachfrage nach Molkenderivaten.
Die schwächeren Rohstoff- und Großhandelspreise wurden schließlich auch an die Verbraucher weitergegeben. Besonders deutlich zeigte sich dies bei deutscher Markenbutter im Preiseinstiegssegment des Lebensmitteleinzelhandels. Kostete das 250-Gramm-Päckchen im Dezember 2024 noch 2,39 €, sank der Preis nach mehreren Reduzierungsrunden bis November 2025 auf 1,19 € und Anfang Dezember schließlich auf 0,99 €.
Rücknahmen beim Milchgeld ab Herbst
Die schwächere Marktentwicklung schlug sich ab Herbst zunehmend in den Milchauszahlungspreisen nieder. Nach einem insgesamt starken ersten Halbjahr gingen die Erzeugerpreise im weiteren Jahresverlauf deutlich zurück. Regional zeigten sich dabei erhebliche Unterschiede.
Liquidität ist Ende 2025 deutlich rückläufig
Mit den stark gesunkenen Milcherlösen verringerte sich zum Jahresende auch die Liquidität auf den Betrieben. Nach AMI-Berechnungen lag die Marge – als Differenz zwischen Erlösen und variablen Kosten – über weite Teile des Jahres 2025 noch knapp über 20 ct/kg. Bis Dezember reduzierte sie sich auf knapp 15 ct/kg. Diese Entwicklung hat sich zu Beginn von 2026 fortgesetzt.
Quelle: MÄRKTE & PREISE - Dr. Kerstin Keunecke, AMI









