Goldmilch Milchwerke
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Aktuelles - Details

12.04.2026

Vorsichtig optimistisch

Milchwerke Ingolstadt-Thalmässing 2025 mit bisher bestem Umsatz – Sorge um Milchpreis.

Verarbeitet wird die Milch bei Goldmilch im Werk Ingolstadt zu Vollmilch- oder Sahnepulver vor allem für die Schokoladenindustrie.

Foto: Stefan Eberl, privat

Keine gute Nachricht ohne Haken: „Durchaus zufrieden“, zeigte sich Hans Einmüller, Geschäftsführer der Milchwerke Ingolstadt- Thalmässing, mit dem vergangenen Jahr. Beim Umsatz erzielte die Genossenschaft das beste Ergebnis ihrer Geschichte, beim Milchpreis das zweitbeste: Insgesamt setzte der Verarbeitungsbetrieb für Rohmilch mit den zwei Standorten in Ingolstadt und Thalmässing (Landkreis Roth) im vergangenen Jahr 107,9 Millionen Euro um, 12,2 Prozent mehr als 2024 (96,2 Millionen Euro); dabei lag der Nettomilchpreis für angeschlossenen Landwirte bei 55,8 Cent je Kilogramm (bei 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß) – im Vergleich zu 50,45 Cent (bei gleichen Parametern) im Jahr 2024. Diese Zahlen stellte Einmüller am Freitag auf der Generalversammlung der Milchwerke in Ingolstadt vor.

Netto-Milchpreis derzeit bei rund40 Cent je Kilogramm

Aber: Im November des vergangenen Jahres drehte sich preislich der Wind, wie Einmüller berichtet. Seitdem liegt der Netto-Milchpreis bei rund 40 Cent je Kilogramm; ein Wert, der in etwa dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2023 entspricht. Grund dafür seien gleichbleibend hohe Kapazitäten bei der Milcherzeugung. Normalerweise, so erklärte der Geschäftsführer, gäben die Kühe im späten Frühjahr, etwa in den Monaten April und Mai am meisten Milch. Im zweiten Halbjahr sinke dann die Menge. Das sei im vergangenen Jahr nicht der Fall gewesen. Der Handel habe die vergleichsweise hohe Milchmenge auf dem Markt dazu genutzt, den Preis zu drücken.

Dennoch bleibt die Führung der Milchwerke Ingolstadt- Thalmässing, auch bekannt unter dem Handelsnamen Goldmilch, verhalten optimistisch für die weitere Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres: Vor allem die Schokoladenindustrie, die Trockenmilchprodukte weiterverarbeitet und die eine Absatzdelle wegen der hohen Supermarktpreise für Schokolade zu verkraften hat, fragt wegen der niedrigen Preise wieder mehr nach. Im Moment, so Einmüller, komme man in ganz Bayern noch relativ gut durch die Phase des erhöhten Angebots; in Baden-Württemberg würden teilweise nur 30 Cent für das Kilo Milchbezahlt, in Norddeutschland noch weniger.

Am Ende blieb bei den Milchwerken Ingolstadt-Thalmässing im Jahr 2025 ein Gewinn nach Steuern in Höhe von rund 477 000 Euro (2024: 423 000 Euro). Die Anzahl der Beschäftigen blieb mit 85 konstant. Steigern konnte Goldmilch sich auch bei der verarbeiteten Milchmenge: 158,12 Millionen Kilogramm waren es 2025, das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024. Über 90 Prozent kamen dabei von den durchschnittlich 272 regionalen Milchbauern der Genossenschaft, 15,5 Millionen Kilogramm wurden bei anderen Molkereien zugekauft.

Für Schokolade, Milchshakes oder Softeis

Verarbeitet wird die Milch bei Goldmilch im Werk Ingolstadt zu Vollmilch- oder Sahnepulver vor allem für die Schokoladenindustrie; damit wurden im vergangenen Jahr 68,1 Prozent des Umsatzes erzielt. Im Werk Thalmässing werden aus der Milch ultrahocherhitzte Produkte wie etwa die Grundstoffe für Milchshakes oder Softeis. In diesem Bereich ist die Schnellrestaurantkette McDonald’s Hauptabnehmer von Goldmilch. Hier wurden 27 Prozent des Absatzes erzielt. Der Rest des Absatzes läuft über den Milchversand.

Auch von McDonald’s kommt wie in vielen anderen Bereichen inzwischen die Anforderung nach Milch, die unter bestimmten Haltungsform- Vorgaben auf der Tierwohl- Skala produziert wurde. Die Milchwerke haben daher rund zwei Millionen Euro in neue Tanks und deren Anschlüsse investiert, um Milch aus Betrieben mit Haltungsstufe drei gesondert lagern und verarbeiten zu können. Zusammen mit anderen Projekten wurden laut Einmüller im Jahr 2025 insgesamt Investitionen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro zu Ende gebracht.

Bereits geplant werden derzeit Investitionen in Höhe von derzeit drei Millionen Euro, unter anderem für eine Anlage, die 25-Kilogramm-Säcke abfüllen kann und für die Ertüchtigung der Kläranlage im Werk Thalmässing.

(Quelle: Markus Schwarz, Donaukurier am 11.04.2026)

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