Goldmilch Milchwerke
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Aktuelles - Details

27.02.2026

Zauberer hinter Maschinen

Faszination Landwirdschaft: Wie Milchtechnologen im Ingolstädter Milchwerk Wunder der Natur nutzen.

Riesige Maschinen bedient Roman Nesterov imMaschinenraum desGoldmilch-Werks in Ingolstadt – Maschinen wie den sogenannten Separator, vor dem er steht. Dort wird Milch in Rahm undMagermilch getrennt. Durch das Drehen am Ventil stellt der auszubildende Milchtechnologe den Fettgehalt des Rahms ein. Aus der Milch wird in Ingolstadt Walzenmilchpulver für die Schokoladenindustrie hergestellt. Maschinen verpacken dieses unter anderem in 25-Kilogramm- Säcke. Fotos: Emmeran Winter

Der Magen knurrt bei dem ein oder anderen Urlauber oder Lkw-Fahrer nach stundenlanger Fahrt auf der Autobahn. Für viele liegt die Lösung für dieses Problem nahe: Ausschau halten nach dem großen, gelben M. Ab ins Schnellrestaurant heißt es dann, den Hunger stillen und zur Nachspeise gibt es ein Softeis. Alles wie immer denkt sich der Kunde und setzt seine Fahrt fort. Bei Roman Nesterov ist das anders. Der 17-jährige Eichstätter hat vor einiger Zeit eine Ausbildung zum Milchtechnologen bei der als Goldmilch bekannten Genossenschaft Milchwerke Ingolstadt- Thalmässing begonnen – wo unter anderem der Grundstoff für das McDonald’s-Eis hergestellt wird. Seitdem ist es für Nesterov nicht mehr selbstverständlich, dass das Eis so schmeckt, wie es schmeckt. Das sieht sein Ausbilder Reinhard Inglot genauso. „Milch ist ein lebendiges Produkt mit Mikroorganismen“, sagt er, „man hat jeden Tag etwas anderes vor sich“. Herausforderung und „Zauber“ desMilchtechnologen liege darin, dieses andere so zu bearbeiten, dass am Ende immer das Gleiche herauskommt – und das fasziniere Inglot.

Pulver für die Schokolade

Bevor Nesterov in seiner Ausbildung zum Goldmilch-Standort in Thalmässing kommt, wo Flüssiggrundstoffe wie der für das Eis hergestellt werden, beschäftigt er sich in Ingolstadt mit der Trocknung von Milch: Milchgemischen wird durch Verdampfen Wasser entzogen und das daraus entstehende Konzentrat über riesige Walzen zu Walzenmilchpulver verarbeitet. Dieses Pulver verwenden Goldmilch-Kunden wie Lindt oder Storck für die Herstellung ihrer Schokolade. Auf dem Gelände liegt ein starker Milchgeruch in der Luft. „Das kommt vom Verdampfen“, erklärt Inglot, es handle sich um reinen Wasserdampf. „Manche vertragen das nicht, andere lieben es“, sagt er. Inglot selbst, der seit knapp 50 Jahren im Unternehmen arbeitet, nehme den Geruch mittlerweile nicht mehr wahr. „Am ersten Produktionstag habe ich das sehr stark gerochen“, sagt Nesterov. Mittlerweile gewöhne er sich im Lauf des Arbeitstags daran. Der Azubi arbeitet im Maschinenraum. Dort wird die angelieferte Milch vor dem Trocknen erhitzt, um Keime abzutöten. Dieser Vorgang wird Pasteurisieren genannt. Per Computer bedient Nesterov die Maschinen, legt fest, wie viel Milch zu verschiedenen Zeiten verarbeitet wird. Er zeigt auf einen großen trichterförmigen Behälter. „Das ist der Separator“, sagt Nesterov und erklärt, dass Milch dort in Rahm und Magermilch getrennt wird. Der Azubi dreht an einem Ventil, um den Fettgehalt des Rahms einzustellen. Sobald Vollmilch, Rahm und Magermilch pasteurisiert und wieder gekühlt sind, werden sie je nach Kundenwunsch getrocknet. Neben der Pasteurisierung, dem Trocknen sowie Wissen um Verpacken und Lagern der fertigen Produkte, spielt bei den Milchtechnologen Hygiene eine große Rolle. Einerseits beim Testen der Produkte, andererseits beim Verhalten in den jeweiligen Räumen. Beim Betreten des Trockenraumes müssen Besucher oder Mitarbeiter beispielsweise zuerst ihre Hände waschen und desinfizieren, bevor sie eine automatische Schranke passieren können. Auch hygienische Schutzkleidung gehört zum Arbeitsalltag.

Geschmackstest per Eismaschine im Labor

Bei der Herstellung wird kontinuierlich geprüft – egal, ob bei Roh-, Zwischen-, oder Endprodukten. Zu einem großen Teil findet das imeigenen Labor des Unternehmens statt. Das dient der Lebensmittelsicherheit, sagt Inglot, mangelhafte Produkte gehen nicht in dieweitere Produktion oder an Kunden. Der wohl schmackhafteste Arbeitsschritt eines Milchtechnologen ist die Verkostung der eigenen Produkte. Im Labor steht eine große Softeismaschine. Spätestens hier wird deutlich, warum es für Nesterov nicht mehr selbstverständlich ist, dass das Eis im Schnellrestaurant immer gleich schmeckt. Anders als früher realisiere er beim Eisessen nämlich, „dass dahinter was Besonderes steckt und es hart erarbeitet ist“. Nach bestimmten Kriterien wird überprüft, ob der Geschmack stimmt, auch beim Walzenmilchpulver, das im Labor verflüssigt und getrunken wird. Walzenmilchpulver und Flüssiggrundstoff sind nur ein Teil der Produkte, die Milchtechnologen herstellen können. Auch Grundnahrungsmittel wie Käse, Butter oder Joghurt gehören dazu. Inglot erzählt, dass er privat ein halbes Jahr lang eine Art Camembert und Frischkäse aus Ziegenmilch hergestellt hat und lacht. Nestorov lernt die Herstellung aller Arten von Produkten bei überbetrieblichen Schulungen in Kempten, wo auch seineBerufsschule ist. Fasziniert habe ihn dort beispielsweise, die Herstellung von Butter zu sehen. Obwohl er wusste, wie der Prozess abläuft, habe es ihn überrascht, zu sehen, wie Rahm auf einmal seine Konsistenz verändert. „Das war beeindruckend“, sagt Nestorov. Bei seiner Ausbildung lerne er, „was die Natur alles in sich hat und was man aus einemProdukt alles machen kann“. Dadurch habe er erkannt, „dass es keinen anderen Beruf gibt, der mir mehr Spaß macht“.

Über Das Unternehmen und die Ausbildung

Goldmilch: Seit 1935 gibt es die Milchwerke in Ingolstadt.
Zunächst war das Unternehmen für die Versorgung der Stadt mit Milchprodukten zuständig, sagt Ausbilder Reinhard Inglot. Nachdem in den 60er- Jahren die Produktion von Walzenmilchpulver dazukam und 1978 das Geschäft mit McDonald’s, das Shake und Flüssiggrundstoffe von Goldmilch bekommt, wurde die Produktion anderer Lebensmittel eingestellt. 1987 schlossen sich die Ingolstädter mit den Milchwerken Thalmässing zusammen.

Dreijährige Ausbildung zum Milchtechnologen:
Laut der Landesanstalt für Landwirtschaft dauert die Ausbildung drei Jahre, wobei sich die Azubis im dritten Lehrjahr spezialisieren. Nach Abschluss der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Molkereimeister oder -techniker möglich. Die Nachfrage nach Azubis ist groß, sagt Inglot, denn bei Jugendlichen sei der Job kaum bekannt. Das liegt aus seiner Sicht neben mangelnder Präsenz des Berufsbildes an Schulen vor allem daran, dass Milchtechnologe als landwirtschaftlicher und nicht als technischer Beruf angeboten wird.

(Quelle: Emmeran Winter, Donaukurier am 27.02.2026)

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